Innere Stabilität: Was Räume mit unserem Nervensystem machen
- Katia Steilemann

- vor 13 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
In einem aktuellen Magazininterview der BUNTE Gesundheit wurde ich gefragt, warum Räume so viel Einfluss auf unser Wohlbefinden haben – und weshalb selbst kleine Details Stress auslösen können. Dieser Blogartikel greift zentrale Gedanken daraus auf und führt sie weiter: Was brauchen Räume, damit innere Stabilität entstehen kann?

Als mich die Redakteurin von Bunte Gesundheit angerufen hat, fingen wir gleich an über Räume und Psyche zu sprechen. Ich sagte ihr:
Wissen Sie, viele Menschen kommen zu mir und sagen:„Eigentlich habe ich alles schön eingerichtet – aber ich fühle mich einfach nicht richtig wohl.“
Sie haben oft neue Möbel, angesagte Farben, Inspiration aus Magazinen oder von Instagram – und trotzdem stellt sich dieses Gefühl von Ankommen nicht ein. Statt Ruhe bleibt eine leise Unzufriedenheit. Und genau hier beginnt das Thema, wie Räume auf unser Nervensystem wirken und unsere innere Stabilität beeinflussen.
Dass selbst eine wackelige Stuhllehne Stress erzeugen kann, wirkt auf den ersten Blick banal – im Interview wurde deutlich, wie tief diese Wirkung tatsächlich geht. Für die innere Stabilität im Alltag ist genau diese äußere Verlässlichkeit entscheidend.
Räume wirken – auch wenn wir es nicht bewusst merken
In meiner Arbeit als Wohn- und Präventionsexpertin erlebe ich immer wieder, wie schnell Menschen ihre eigene Wahrnehmung infrage stellen:„Vielleicht bin ich einfach zu sensibel.“
Doch das stimmt nicht. Unser Nervensystem reagiert permanent auf unsere Umgebung – schneller, als wir denken können. Licht, Farben, Proportionen, Materialien und vor allem der Zustand von Gegenständen senden ununterbrochen Signale.
Unser Körper fragt sich nicht: Gefällt mir das? Sondern: Bin ich hier sicher?
Innere Stabilität entsteht genau dort, wo diese Frage mit einem klaren Ja beantwortet wird.
Wenn kleine Dinge großen Stress auslösen
Oft sind es nicht die großen Entscheidungen, sondern die kleinen, scheinbar banalen Details:
ein Stuhl, dessen Lehne minimal wackelt
ein Tisch, der nie ganz fest steht
ein Sofa, das den Körper nicht trägt
ein Raum, der visuell überladen ist
Für unser Nervensystem bedeutet das: Unsicherheit. Der Körper bleibt wachsam, auch wenn wir eigentlich entspannen wollen. Über Zeit kann das zu innerer Unruhe, Erschöpfung oder dem Gefühl führen, „nie richtig runterzukommen“.
Innere Stabilität braucht äußere Verlässlichkeit – und die beginnt im Raum.
Warum schönes Wohnen nicht automatisch gut tut
Viele Wohnungen sind heute sehr stilvoll, aber wenig alltagsfreundlich gestaltet. Es wird nach Trends entschieden, nicht nach Empfinden. Doch Trendfarben, Designerstücke oder minimalistische Konzepte wirken nicht auf jeden Menschen gleich.
Was für den einen beruhigend ist, kann für den anderen Stress bedeuten. Innere Stabilität ist individuell – und genau das darf sich im Wohnen widerspiegeln.
Ein Zuhause muss nicht beeindrucken. Es muss als aller erstes unterstützen. Wenn es dann noch beeindruckt, ist es wundervoll!
Was Räume brauchen, um innere Stabilität zu fördern
Aus meiner Erfahrung heraus sind es immer wieder dieselben Qualitäten, die Menschen als wohltuend beschreiben – unabhängig von Stil oder Budget:
Stabilität: Möbel, die Halt geben und Vertrauen schaffen
Übersicht: klare Strukturen statt dauerhafter Reizüberflutung
Körperfreundlichkeit: angenehme Höhen, weiche Übergänge, passende Materialien
Orientierung: Räume oder Zonen mit klarer Funktion
Rückzug: Orte, an denen das Nervensystem wirklich abschalten darf
Schon kleine Veränderungen können viel bewirken: ein stabilerer Stuhl, besseres Licht, weniger visuelle Unruhe, ein Platz, der nur der Erholung dient.
Wohnen als unterschätzter Teil von Prävention
Innere Stabilität ist nichts Abstraktes. Sie wird jeden Tag neu erlebt – oder eben nicht. Unser Zuhause spielt dabei eine größere Rolle, als viele denken.
Wenn Räume uns regulieren, statt uns zusätzlich zu fordern, entsteht echte Erholung. Wohnen wird dann Teil von Prävention, Selbstfürsorge und langfristiger seelischer Gesundheit.
Dabei geht es nicht darum, alles neu zu machen. Sondern darum, wieder wahrzunehmen:
Wo fühlt sich mein Körper sicher?
Wo bleibt Spannung?
Was brauche ich wirklich, um zur Ruhe zu kommen?
Dein Zuhause ist kein Showroom.
Es ist ein Ort, an dem du sein darfst, wie du bist. Innere Stabilität entsteht dort, wo Räume Halt geben, statt Erwartungen zu erfüllen.
Wenn wir beginnen, Wohnen nicht nur ästhetisch, sondern körperlich und emotional zu denken, verändert sich etwas Grundlegendes: Wir fühlen uns nicht nur wohler – wir fühlen uns sicher, innerlich stark und zuhause.
Das Interview in BUNTE Gesundheit findest du in der Februarausgabe oder online hier: https://bunte-aboshop.de/bunte-einzelausgaben/bunte-gesundheit/
Wenn du dir Unterstützung für deine Räume wünschst, lade ich dich herzlich zu einem kostenlosen Erstgespräch ein. Gemeinsam klären wir in Ruhe, wie ich dich am besten begleiten kann. Hier kannst du direkt einen Termin buchen.

Die Autorin: Katia Steilemann ist Raumexpertin, Mental-Coach und Präventologin. Sie zeigt, wie wir mehr aus unserem Zuhause machen – damit wir dort Kraft für unseren Alltag tanken können. Ihre Tipps sind bekannt im RTL, WDR, SAT1.
Fotocredits: Canva



Kommentare